Projekt
Gemeinschaft durch Kultur
Seit Juli 2025 setzt Berlin Mondiale in Marzahn-Nord das Modellprojekt „Gemeinschaft durch Kultur – Starke Nachbarschaften zwischen Gemeinschaftsunterkünften und Großwohnsiedlungen“ um. Rund um den Otto-Rosenberg-Platz ist in Zusammenarbeit mit lokalen Partner*innen und Einrichtungen der kulturellen Bildung ein offener kultureller Projektraum im Quartier entstanden.

Auf einen Blick
Laufzeit: Juli 2025 – Dezember 2026
Ort: Marzahn-Nord, rund um den Otto-Rosenberg-Platz
Zielgruppen: Junge geflüchtete Menschen und ihre Nachbarschaft
Formate: Kunst, Tanz & Bewegung, Druckwerkstatt
Projektträger: Berlin Mondiale
Förderung: Landeskommission Berlin gegen Gewalt
Seit Juli 2025 setzen wir in Marzahn-Nord das Modellprojekt „Gemeinschaft durch Kultur – Starke Nachbarschaften zwischen Gemeinschaftsunterkünften und Großwohnsiedlungen“ um. Rund um den Otto-Rosenberg-Platz ist gemeinsam mit lokalen Partnerinnen, Künstlerinnen und Akteur*innen der kulturellen Bildung ein offener kultureller Projektraum entstanden.
Im Mittelpunkt stehen geflüchtete Jugendliche und junge Erwachsene. In künstlerischen und kreativen Workshops können sie eigene Ideen einbringen, neue Fähigkeiten entdecken und gemeinsam mit anderen etwas gestalten. Dabei geht es nicht nur um Kunst: Die Angebote schaffen Raum für kreativen Ausdruck, Austausch und persönliche Entwicklung.
Ausgangslage
Marzahn-Nord gehört zur Ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative (GI) und wurde als Sozialraum mit besonderen Herausforderungen identifiziert. Rund um den Otto-Rosenberg-Platz befinden sich mehrere Gemeinschafts- und Notunterkünfte. In der Gemeinschaftsunterkunft in der Bitterfelder Straße leben über 500 Menschen, in einer nahegelegenen Notunterkunft für obdachlose Familien weitere rund 700.
Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene in prekären Wohnsituationen ist der Bedarf an niedrigschwelligen kulturellen und kreativen Angeboten hoch. Sie stehen unter hohem Druck: Sie sollen sich in Berlin in das soziale Gefüge einfinden, kämpfen aber gleichzeitig mit belastenden Wohnverhältnissen, sozialen Spannungen in ihrem Umfeld und der Erfahrung, wenig selbst gestalten zu können. In dieser sensiblen Lebensphase, in der sich die eigene Identität entwickelt, stoßen junge Menschen oft an Grenzen. Das Projekt setzt hier mit künstlerischen Formaten an. Sie machen individuelle Stärken sichtbar, stärken Selbstwirksamkeit und fördern gemeinsames Arbeiten. So entsteht Raum, um die eigene Lebenssituation zu reflektieren, neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und ein Gefühl von Zugehörigkeit und gegenseitiger Unterstützung zu erfahren.
Ansatz
Gemeinsam mit Künstler*innen und lokalen Partner*innen entstehen kostenlose, niedrigschwellige Angebote. Die Teilnehmer*innen bringen ihre eigenen Ideen ein, entscheiden mit und entwickeln gemeinsam neue Arbeiten. Dabei geht es um mehr als das künstlerische Ergebnis: Sie können neue Fähigkeiten ausprobieren, ihre Stärken entdecken und erleben, dass ihre Ideen etwas bewirken können.
Wirkung im Quartier
Die Angebote sind Teil eines größeren Prozesses. Bei Nachbarschaftsfesten und weiteren Veranstaltungen kommen die Teilnehmer*innen mit anderen Bewohner*innen, lokalen Initiativen und Akteur*innen aus kultureller Bildung und sozialem Engagement zusammen.
So können die jungen Menschen ihr Quartier kennenlernen, eigene Arbeiten zeigen und sich aktiv einbringen. Kulturelle Angebote schaffen dabei Räume für kreativen Ausdruck, Begegnung und Beteiligung. Die Teilnehmer*innen können ihren Lebensraum entdecken und mitgestalten – Placemaking als Teil kultureller Bildungsarbeit.
Formate
Seit Juli 2025 sind verschiedene künstlerische Formate vor Ort:
Kunstwerkstatt
Mit Tahnee Godt · für Kinder bis 12 Jahre
In der Kunstwerkstatt wird gebastelt, gebaut und gemalt. Die Kinder entwickeln eigene Ideen und gestalten ihre eigenen Kunstwerke und Werkzeuge. Unter anderem entsteht eine persönliche Werkzeug-Box zum kreativen Arbeiten. Die Kinder bringen ihre Wünsche und Ideen ein, lernen voneinander und zeigen sich gegenseitig neue Dinge.

Freibewegen
Tanz- und Bewegungsworkshop mit Akiles · für Jugendliche ab 14 Jahren
Bei „Freibewegen“ geht es um Bewegung, Tanz und das gemeinsame Erleben von Musik. Durch Tanz- und Bewegungsspiele, Vertrauens- und Koordinationsübungen sowie Meditation lernen die Jugendlichen ihren Körper und sich selbst besser kennen. Gemeinsam entwickelt die Gruppe eine eigene Tanzchoreografie.

Druckwerkstatt
Mit Barbara Klinker und Dorothee Ruge · für Mütter
In der Druckwerkstatt entstehen eigene Stempel und Drucke auf Papier und Stoff. Gemeinsam gestalten die Teilnehmer*innen einen großen Wandteppich aus bedruckten und bemalten Textilien. Während der Workshops gibt es eine Kinderbetreuung. So entsteht für die Mütter ein Raum zum kreativen Arbeiten, Austauschen und zur Ruhe kommen. Gemeinsam mit Frauen aus der Nachbarschaft können sie ihre Umgebung aktiv mitgestalten.

Berlin Mondiale
- Trang Tran – Konzept & Strategie
- Pauline Ost – Konzept & Koordination
- Martina Del Ben – Netzwerk
- Arwa Damerji – Kommunikation
Künstler*innen und Kulturschaffende
- Nara Virgens – Dokumentation
- Tonina Matamalas – Graphic Recording
- Barbara Klinker – Künstlerin
- Dorothee Ruge – Künstlerin
- Tahnee Godt – Künstlerin
- Akiles – Tänzer und Choreograf
Partner*innen und lokale Akteur*innen
- Swantje Ritter – DRK / BENN
- Khatia Jojua – Ehrenamtliche Kinderbetreuung
- Nadine Medawar – Ehrenamtliche Kinderbetreuung
- Barbara Böhme – Familienzentrum Felix
- Karim Kanjo – Pädagogische Assistenz
Das Projekt „Gemeinschaft durch Kultur – Starke Nachbarschaften zwischen Gemeinschaftsunterkünften und Großwohnsiedlungen“ wird von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt im Rahmen des Fonds zur Unterstützung von Betroffenen politisch extremistischer Gewalt gefördert.
Der Fonds unterstützt Initiativen, die Begegnungen ermöglichen, den sozialen Zusammenhalt stärken und Beteiligung fördern – für ein vielfältiges und solidarisches Berlin.










